Über mich

Porträt von kpc Sieben

Statement

Die Motive meiner Bilder sind eng mit meinen eigenen Erfahrungen verwoben, doch ich verstehe sie als offenen Raum, in dem jede Betrachtung ihre ganz eigene Geschichte finden darf.

Mein Arbeitsprozess wird an einem Punkt entscheidend, wenn das Bild Widerstand leistet und mich zwingt, über das Erreichte hinauszugehen. Genau hier beginnt meine ehrliche Auseinandersetzung mit subjektiven Grenzen und der Frage nach Sichtbarkeit. Das Ergebnis ist kein glattgebügeltes Bild, sondern ein authentisches Spurenfeld. Meine Werkzeuge sind rau und direkt: Holz, MDF, Spachtel, Metallbürsten und Pinsel, verkrustet von der Arbeit. Ich suche den Widerstand des Materials. Meine abstrakten Bilder sind somit dokumentierte Entwicklung von Form und Ausdruck: mal spielerisch, mal ernst – aber immer echt.

Biografie

Schon als Kind war mein Ziel klar: Ich wollte Künstlerin werden. Während andere Spielzeuge bevorzugten, investierte ich mein gesamtes Taschengeld in Gottfried Bammes‘ „Große Tieranatomie“ – eine Entscheidung, die meinen Weg vorzeichnete. Das Zeichnen begleitete mich durch Schule und Alltag.

Geprägt wurde ich durch die Beobachtung meines Vaters, der bis spät in die Nacht mit Ölfarben arbeitete. Mit sechzehn Jahren ergriff ich selbst den Pinsel. Was im Kinderzimmer begann, fand bald erste öffentliche Beachtung: Bereits 2004 und 2005 zeigte ich meine Arbeiten in jeweils vierwöchigen Präsentationen in Hamburger Restaurants im Karolinenviertel.

Mein beruflicher Weg führte mich zunächst in die intensive handwerkliche und digitale Gestaltung. Sieben Jahre arbeitete ich als Animationsdesignerin – ein Beruf, der höchste Präzision erfordert: Als 2D-Animatorin gilt es bis zu 24 Einzelbilder per Hand zu zeichnen, um nur eine einzige Sekunde Filmmaterial zu erzeugen. Anschließend widmete ich mich 15 Jahre lang der IT-Branche als Frontend- und UX/UI-Designerin. Diese Zeit schärfte meinen Blick für Struktur, Komposition und digitale Ästhetik – Kompetenzen, die heute bewusst in meine malerische Arbeit einfließen. Doch die Sehnsucht nach dem physischen Material und der direkten Handschrift blieb.

Seit Ende 2024 habe ich diesen Kreis geschlossen: In einer kleinen Ateliergemeinschaft in Hamburg, nahe dem Schanzenviertel, konzentriere ich mich ganz auf die Malerei. Dort arbeite ich frei und schätze den Rückzug und die Ruhe in meinem Atelier ebenso wie die Möglichkeit des Austauschs. Meine Kunst ist das Ergebnis dieser Reise: handwerklich fundiert, digital geschult und inhaltlich vielschichtig – von der spielerischen Leichtigkeit bis zur ernsten Auseinandersetzung mit abstrakten Themen.